Ein Diktator aus Kolumbien

Ein Diktator aus Kolumbien

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Hallo RumCommunity!

Auch ich bin neu in der Crew und werde euch in Zukunft mit frischen Artikeln über unser Lieblingsgetränk Rum versorgen.

In meinem ersten Beitrag hier in der Community möchte ich euch den 12jährigen „Dictador“-Rum aus Kolumbien vorstellen.

Mein lokaler Rumdealer hatte mir von diesem Rum schon oft vorgeschwärmt und da er eigentlich passionierter Wiskeytrinker ist, dachte ich mir dieser Rum könnte die Verkostung wert sein.

Schon die ansprechend gestaltete Kartonage macht einen guten ersten Eindruck und auch das Design ist äußerst ansprechend.  Laut Hersteller  werden bei dieser Marke europäisches Marketing, mit japanischem Flaschendesign und kolumbianischem Rum vereint.  

Ich finde die äußere Erscheinung des „Diktators“ äußerst gelungen, wobei  die schwarze Flasche in Verbindung mit dem Markenschriftzug im „Gothic“-Font schon sehr gewöhnungsbedürftig daher kommt.  Außerdem hat man durch das dunkle Glas leider keinerlei Anhaltspunkt auf den Füllstand der Flasche, was bei allzu trinkfreudigen Runden schnell zu einem unerwarteten Ende des Trinkgenusses führen kann. Ein weiterer Kritikpunkt der mir aufgefallen ist – der Korken sitzt äußerst fest im Flaschenhals – allerdings stört dieser Punkt für mich den positiven Gesamteindruck der Verpackung und Flasche keineswegs. Man merkt, dass bei der Präsentation dieses Rums viel Wert auf ein treffendes Marketingkonzept gelegt wird und die moderne Umsetzung auch auf ein junges Publikum abzielt. Dabei ist der „Dictador“-Rum eindeutig im Premiumsegment anzusiedeln und die 12jährige Variante ist zwischen 30 – 40 Euro im Handel erhältlich.

Neben dem 12jährigen gibt es auch noch weitere Abfüllungen doch in diesem Beitrag soll sich zunächst alles um die „jüngste“ Variante drehen.

Auf der Homepage des Herstellers sind einige Werbevideos zu sehen, in denen der Rum im schicken Hochglanz-Look mit leichtbekleideten Damen und einem überzeugend auftretendem Herrn am Schreibtisch präsentiert wir. Dieser Werbeauftritt wirkt wirklich hip, edel und sexy – was die Protagonisten in ihrem Fantasielabor jedoch treiben erschließt sich mir jedenfalls nicht.
Die gesamte Präsentation der Marke und das Design sind wohl Geschmackssache. Für mich kommt der „Dictador“ aber mit einem stimmigen Konzept daher und die Verpackung macht Lust auf den Inhalt.

Der Rum stammt aus der traditionsreichen kolumbianischen Destilería Colombiana in Cartagena de Indias von 1913. Die Wurzeln der Destille reichen jedoch noch weiter in die Vergangenheit und der Name des Rums soll von einem Vorfahr des Gründers stammen welcher wegen seines energischen und selbstsicheren Auftretens „Dictador“ genannt wurde.

In der Flasche des „Diktators“ befindet sich ein Solera Rum aus Melasse. Destilliert wird mit moderner Technologie in einem kontinuierlichen Destillationsverfahren mit Apparaten aus Edelstahl.

Sobald der Korken geöffnet wird und das erste Glas eingeschänkt wird, verströmt der Rum seinen einzigartigen Duft. Bei warmer Umgebungstemperatur kann man die Nase schon fast als aufdringlich bezeichnen, jedoch mag ich Rum der bereits früh seinen Charakter zeigt.
Im Glas zeigt sich der Tropfen mit Tönen von hellem Kupfer beziehungsweise einem Bernsteinton mit leichter rötlicher Färbung.

Nase:

Kräftig, süß aber harmonisch. Brauner Zucker, Toffee, Zimt, Vanille und ein wenig in die Richtung gebrannte Mandeln. Fruchtige Süße begleitet von einem feinen Eichentouch. Nach einer Weile stellt sich ein starkes Walnussaroma ein. Bei meiner Verkostung in der warmen Stube duftete das gesamte Zimmer nach Walnüssen.

Geschmack:

Sehr komplex und „wuchtig“. Ein wenig cremig mit einer feinen Süße und einer Fruchtnote von Kirschen. Dabei ein Hauch Nougat, Honig, Kakao und gerösteten Nüssen (Walnussaroma).
Definitiv zu empfehlen!

Abgang:

Angenehm rund mit starken Eichentönen.

Nachklang:

Äußerst angenehmer und langer, rauchiger Nachklang mit eindeutigen Fassnoten.

Fazit:

Dieser Rum ist die Verkostung eindeutig wert und ich bin schon auf die anderen „Diktatoren“ gespannt. Als nächstes werde ich den 20jährigen testen.

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