Pyrat Cask 1623

Pyrat Cask 1623

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Autor: DunklesKaramell
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Liebe Zuckerrohrdestillatverehrer!

Gestern Abend habe ich mich mal was getraut und das Sample des Cask 1623 von Pyrat aufgemacht. Ein Rum von Anguilla, einem kleinen 96 Quadartkilometerchen großen Inselchen in der Karibik, das eigentlich keine Brennerei mehr hat, es handelt sich also um einen Blend aus 9 Rums der Karibik. CJ Planter, der die erste Brennerei dort aufgemacht haben soll ( und nach dem auch der „Planter´s Gold“ benannt ist ), hatte einen Spleen für mystisches und philosophisches und hängte somit den Hoti an jede Flasche, der Schutzpatron der Barkeeper ( und der kleinen Kinder und Wahrsager ). Außerdem soll das Originalrezept, das heute noch zugrunde gelegt wird, noch von ihm sein ( was immer das heißen mag, da er ja noch selbst brannte und so sicher kein Rezept für 9 zu verblendende Rums geliefert haben wird…..  ). Die Meinungen schwanken in der Öffentlichkeit jedenfalls zwischen künstlicher Orangenplörre und wundervollem Rum, Schwarz ist der Ansicht,schon der normale XO sei klasse mit 5/6 Fässern. Ich habe mich hier mit der Extended Version beschäftigt, lest selbst:

Nase: Frisch, fruchtig, herbe Orange, Salz und Zitrone, auch ein paar dunklere Töne, vielleicht in Richtung fein bitterer Orangenmarmelade, Orangeat, etwas Holz, Assoziationen zu Fruchtgummi und sauren Drops oder vielleicht Weingummi. Meine Freundin roch außerdem Schokolade, etwas vermodertes Holz und Erfrischungsstäbchen / Brausepulver. Letztendlich ist diese Nase Geschmackssache bzw. Duftsache  , aber ich fand sie ganz toll. Man kann sich fragen, ob das hier wirklich noch eine Rumnase ist, oder ob ohne die Aromatisierung vielleicht von dem Gesamtkunstwerk nicht mehr viel bliebe, aber eigentlich kann man sich das bei vielen Rums fragen ( auch beim Diplomatico ), der Pyrat ist eben der einzige, der hier aromatisches Neuland erkundet hat und eins dauf gesetzt auf die in vielen Rums im Ansatz vorhandene Orangennote, ich für meinen Teil bin jedenfalls hingerissen, eine hervorragende Nase, ein idealer Sommerrum, wirklich, frisch, maritim, fruchtig, klasse, an dem Zeug könnte ich einen ganzen Abend schnuppern, 10/10 Punkten!

Geschmack: erst glatt, prickelt dann etwas auf der Zunge ( das empfand meine Freundin unangenehm ), ich schmecke Orangeat und leichtes Holz, Zitronenkuchen, herbe Orangenmarmelade, am Gaumen hat er etwas von Bitter Lemon, lecker, wenn auch nicht ganz so gut, wie der Duft, der meines Erachtens eine Ausnahmeposition hat, 7/10 Punkten. Meine Freundin schmeckte außerdem etwas Fusel, was ich so nicht erlebt habe, da habe ich zum Glück eine etwas gröbere Geschmackswahrnehmung, außerdem fühlte sie sich an die Füllung von Nimm2-Bonbons erinnert. Schade fand ich, dass rumtypische Noten fast fehlen, aber hier muss man sich eben auf etwas komplett neues einlassen.

Abgang: ist irgendwo zwischen kurz und mittellang, angenehm und edel, durch die leicht herben Tonicnoten, die aber nicht jeden begeistern, meine Freundin mochte das nicht, 8/10 Punkten

Aftertaste: ist fein ölig, Orange setzt sich sehr dezent fort und bleibt nicht lange, lässt einen definitiv nach dem nächsten Schluck lechzen…….leider ist das Glas nur allzu schnell leer und ich muss an eine Empfehlung von einer Sampleflaschengröße von 700ml denken……7/10

Im Fazit mit 32/40 Punkten ein ausgezeichneter Rum mit einem meines Erachtens überragenden Duft. Meine Freundin war nicht ganz so begeistert, obgleich sie eigentlich ein absoluter Orangenfan ist, aber sie steht eben eher auf süße Orange, nicht auf die herbe. Sie wertete: Nase: 7, Geschmack: 6, Abgang: 3, Aftertaste: 4. Man sieht, die Geschmäcker sind verschieden, denn im Gegensatz zu ihr will ich diesen Rum eigentlich haben. Verflucht! Was muss das Zeug auch so vernichtend teuer sein ❗ ???

Wertung nach Fässern: fass5

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