Pyrat „Planter´s Gold“

Pyrat „Planter´s Gold“

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Autor: DunklesKaramell
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Dieses Tasting ist eigentlich so eine Art Nachruf, denn, wie Ihr ja alle wisst, ist der gute Orangenkönig schon sehr lange kaum noch zu bekommen, und eigentlich ist es fast gemein, etwas so gutes zu verkosten, das kaum noch für erschwingliche Preise über die Auktionstheke geht. Aber ich sehe diesen Rum als das, was er ist, das Geschenk eines Freundes, und deswegen muss ich ihm natürlich ein Tasting widmen. Viel Hintergrundinformationen habe ich nicht, ich habe mal im Forum gelesen, er habe seinen Orangengschmack von alten Gran Marnier Fässern, des weiteren soll er ein Blend aus ca. 20 Jahre alten Rums aus der Karibik sein. Tja, und das war´s dann auch schon. Dann legen wir mal los. Bei Noge in Hamburg habe ich gesehen, dass der Rum sehr aromatisch ist, weswegen ich ihn mit einem kleinen Cognacschwenker ( Zaya-Glas ) verkoste.

Nase: Hmmmm , wie ich ihn in Erinnerung hatte, sehr natürliche , süße Orangenschale, die man auch in Richtung Passionsfrucht / Sandorn/ Aprikose interpretieren könnte, fruchtig, gute Süße. Unter all der Frucht liegt das feine Karamell dieses Rums, in welchem ich, was mir in Hamburg entgangen ist, auch Schokolade rieche. Ein leicht herber Akzent entpuppt sich schließlich als eine nette Eichenholznote. Der Rum hat ein wenig Zitrus, das an den Cask 1623 einnert, aber sonst riecht er ganz anders. Lässt man ihn ein wenig trocknen, dann hat man noch den zart-öligen Duft von Nüssen und etwas Muskat, seeeehr sehr geile Nase: 10/10 Punkten

Geschmack: Süß orangig, schlüssig zur Nase, rumtypische Karamellaromen, etwas Marzipan. Am Gaumen kommt dann herbe, fast leicht bittere Orange dazu, jedoch ist das sehr ausgewogen, bevor diese Tonic-Bitterkeit ( man könnte auch von englischer Orangenmarmelade reden ) zu arg wird, löst sie sich in öliger Orangensüße auf – fein! Dieser Geschmack ist hervorragend ausbalanciert, herb-süß, Orange-Karamell, tolle Sache, der Blender verstand sein Handwerk! 9/10 Punkten

Abgang: sehr kräftig mit eben diesen ausgewogenen und kontrastreichen Gaumenaromen, macht Spaß:9/10

Aftertaste: ölig, Karamell und Orange bleiben, die Süße ebenfalls spürbar, aber nicht zu viel, ein Hauch fettige Nuss, klasse! 10/10 Punkten

Trocknendes Glas: erst Orange mit Duftolz, etwas später getoastetes , warmes Duftholz mit etwas Rauch, und noch etwas später dann noch würziger und rauchiger mit etwas, das in Richtung Himbeeren und Kakao geht, ja, da geht echt die Post ab in diesem Glas, man sieht sich an einem ausgehenden Lagerfeuer sitzen, und in der Glut liegen die trocknenden Schalen von Orangen und Nüssen, und der duftende warme Rauch steigt auf, während die Gesichter durch die warme Glut ein sanftes Leuchten bekommen *schwärm* 10!

Fazit: Ein wirklich exemplarisch guter Rum aus vergangenen Zeiten, schön komplex, vor allem für die Nase, die hier sooo viel entdecken kann, aber auch im Geschmack klasse und mit 48/50 Punkten einer meiner Überflieger, für mich der Sieger auch vor dem Cask 1623 ( Geschmackssache ), was es vielleicht lohnend machen würde, sich lieber ihn zu ersteigern, als den superteuren Cask 1623 zu kaufen, ich hörte, er ginge bei e-bay teils für unter 90€ über den Tisch ( ist aber halt e-bay, wer weiß, ob man eine echte Flasche bekommt ) und ein Bekannter von mir, der diesen Bericht jetzt sicher auch liest, hat neulich dort ein Fläschchen erworben, wenn das auch etwas teurer war, aber lange nicht soooo teuer, wie der Cask, will sagen, ist nicht nur ein vergriffenes Sammlerstück, sondern ist auch geschmacklich sicherlich dem Orangenliebhaber einen Hunni wert und noch nicht ganz unmöglich zu bekommen ( und Nachricht an den Bekannten, mach Deine Flasche auf, du wirst es nicht bereuen ). Aber lange Rede, kurzer Sinn, der Rum ist phantastisch und ich danke an dieser Stelle noch einmal meinem lieben Freund Egon, der mir dieses großzügige Geschenk mit ins Schwabenland gegeben hat, ich werde ihn in Ehren halten und ihn oft und gewissenhaft trinken Sampleanfragen habe ich bislang immer abgelehnt, da ich ein Geschenk unter Freunden nicht weiterversamplen möchte. Allerdings habe ich meiner Freundin ein Gläschen abgegeben, und sie fand ihn ebenfalls sehr gut ( erste Reaktion: der schmeckt ja wie Fanta!! ).

fass6

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