Rum ist nicht gleich Rum

Rum ist nicht gleich Rum

2026
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Am Anfang stand „rumbullion“, ein englisches, umgangssprachliches Wort für Aufruhr, Aufstand, Rebellion. Ohne diese „Rebellion“ wäre so mancher Spirituosenliebhaber eine ganze Spur unglücklicher! Der Rum wird im Allgemeinen aus Melasse, einem dunkelbraunen Zuckersirup, hergestellt. Recht selten wird die Melasse durch frischen Zuckerrohrsaft ersetzt. Schon vage im ausgehenden Mittelalter durch den Kontakt mit den Arabern bekannt, rückte der Rum erst durch die Entdeckung Amerikas und die Einführung der Zuckerrohrpflanze durch Christoph Kolumbus in der Karibik in den Fokus der Europäer. In der Karibik waren die optimalen Bedingungen für den Anbau gegeben. Um 1650 ist die erste urkundliche Erwähnung des Rums nachzuweisen. Doch, wenn der Zuckerrohrschnaps solch einen historischen Weg hinter sich hat, stellt sich die Frage, was unterscheidet einen guten von einem schlechten Rum?

Guter Rum, schlechter Rum
Rum ist nicht gleich Rum. Eine Besonderheit stellt die Regelung dar, dass eine Spirituose, welche aus 5 Prozent echtem Rum besteht, den Namen „Echter Rum“ tragen darf. Die weiteren Inhaltsstoffe eines solchen Verschnittes sind Wasser und Agraralkohol. Dieser auch oft „Überseerum“ genannt und ist kaum zum Trinken geeignet, besonders deshalb, weil die positiven Eigenschaften des Rums in Hinblick auf den Geschmack, den Geruch und die Farbe aufgrund des Mischverhältnisses völlig nebensächlich werden. So sind die meisten Rumsorten, welche gerade in Discountern angeboten werden, allesamt nicht zu empfehlen. Deutsche Frontetiketten deuten somit meist auf einen Verschnitt hin, nicht alle Mischrummarken sind unbedingt günstiger als die importierten Sorten.

Guter Rum – Ein einheitliches Getränk?
Aber auch bei diesen gibt es gravierende Unterschiede. Ein Cachaca ist eine Spirituose, welche ganz anders hergestellt wird, im Volksmund jedoch einfach Rum genannt wird. Die klassischen, aus Melasse hergestellten Rumsorten werden in drei unterschiedliche Qualitätsklassen unterteilt. Dies heißt aber nicht, dass ein Rum aus der ersten Güteklasse unbedingt schlechter oder besser ist als eine Spirituose aus einer der beiden anderen Kategorien. Der Rum blanc, der weiße Rum wir mindestens drei Monate gelagert, wobei er meist in Edelstahlfässern ruht, damit er sich homogenisieren und Sauerstoff aufnehmen kann. Mindestens ein Jahr in Eichenfässern muss der Rum ambré, der braune Rum, lagern, damit sich die Aromenstoffe, wie auch der Farbton bilden kann. Diese Rumsorten sind intensiver in ihrer Geschmacks- und Geruchsnote. Am aromatischsten sind die Rumsorten, welche mindestens drei Jahre in Eichenfässern gelagert wurden. Diese werden in unterschiedlichen Kategorien angeboten und gerne auch als „alter Rum“ bezeichnet. Hinzuzufügen ist, dass die Lagerungsjahre nicht vergleichbar sind mit denen des Cognacs oder des Whiskeys, da die Lagerung nicht in einem ähnlichen Milieu geschieht, die Temperaturen der Rumspeicherung sind bedeutend höher und damit ist der „Alterungsprozess“ mindestens mit dem Faktor Zwei zu berechnen, wenn es überhaupt Sinn macht, einen Rum mit einer anderen Spirituose zu vergleichen.

Was ist nun ein guter Rum?
Wie bei vielen hochprozentigen Getränken ist auch beim Rum immer eine Balance zwischen Preis und Güte des Produkts zu finden. Ebenso ist es auch wichtig zu bedenken, ob man einen Alkohol zum Mischen sucht oder zum puren Genuss. In der bezahlbaren Königsklasse bewegt sich z. B. der Ron Zacapa aus Guatemala. Ein Havanna Club wäre eines der diversen und idealen „Einsteigermodelle“.

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