Unhiq XO

Unhiq XO

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Autor: DunklesKaramell
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Heute Abend habe ich mal an dem Unhiq XO genippt, ein viel umschwärmtes Stöffchen, das von Oliver&Oliver produziert wird in DRFs wunderschöner Heimat Hispaniola-rechte Hälfte  . Besonders die unter uns, die mit Frauen zusammen sind, die deren Trinkverhalten zu regelementieren ( oder zumindest zu kommentieren ) versuchen, seien gewarnt: das sind diese fiesen Halbliterflaschen, die so schnell leer werden, so nach dem Motto na, ist die Flasche schon wieder leer? Trinkst Du vielleicht ein bisschen viel in letzter Zeit?

………Whatever, viel habe ich nicht zu dem Rum recherchieren können, zwischen 3 und 30 Jahre alt sein sollen die Rums, die er enthält, nach Solera-Methode gereift und es handelt sich natürlich um Melasserums – wer hätt´s gedacht…..und so erklärt sich anscheinend auch die Bezeichnung „The Malt Rum“, denn das malt soll nicht das englische Wort für Malz sein, sondern komme von Malta, was Melasse bedeuten soll, Angaben ohne Gewähr, DK nix Spanisch, comprende? Ich sage ja sonst nie was zur Farbe, aber sie ist dunkel. Sehr dunkel. Aber genug geplaudert, los geht´s!

Nase: Dichtes, malziges Karamell, fruchtige Noten, schwer zu fassen, dominant sind schönes, dickes, saftiges, dunkelbraunes Karamell, Waldhonig und Nougat, die Frucht könnte man in Birnenbonbon formulieren, das Holz spürbar, doch so ohne Trockenheit und so harmonisch verwoben, dass man direkt danach suchen muss, um es zu finden. Nuss und Öl sind ebenfalls zu riechen – solche Nasen braucht das Land, sehr komplex, sehr glatt; schwer, Akzente zu finden, klar, dominant sind die klassischen Aromen Karamell, Schokolade, ölige ( überhaupt nicht bittere ) Nuss, Früchte sind eher zurückhaltend vertreten. Trotz großer Harmonie ist es eine intensive Nase.
Steht er etwas länger rieche ich auch Banane, aber nur zart. 10/10

Geschmack: deutliche Süße auf der Zunge, flüssiger Waldhonig, dunkles Malz, so meint man, dicht, sirupartig, schlüssig am Gaumen. Seiner Komplexität hätte etwas weniger Süße gut getan, das muss ich sagen, ich schmecke kein Holz, vielleicht eine geradzu atomische Reminiszenz an Trockenfrüchte, ein Hauch von saftiger Paranuss / Makadamia, aber meine Zunge tut sich schwer. Man verstehe mich nicht falsch, das ist ein toller Sweet-Sipping-Taste und mein Frauchen würd´s vermutlich lieben ( ja, o.k., ich geb ihr noch was ab……  ), aber hier geht´s ja auch darum, den Bereich zwischen 7 und 10 in Worte zu fassen, ich gebe: 8/10

Abgang: seidig, ölig, so muss ein süßer Rum die Kehle hinuntergleiten 10/10

Aftertaste: Trockenfrüchte kommen ( wenn das auch ganz schön dauert ) hervor und zeigen Rosinen und Dörrpflaume, vielleicht auch Feige 8/10

Trocknendes Glas: Trockenfrüchte, Karamell und ölige Nüsse und endlich ein Spur Holz, sehr schön: 8/10

Fazi: Ein sicherlich zu Recht die Super-Premium-Liga bevölkernder Rum, der hervorragend konzipiert ist und der ausschließlich aus Rums besteht, die zum einen nicht erst gestern destilliert wurden, und die nicht in X-beliebigen Fässern lagen, da nahm man nur das gute Zeug aus dem Keller und ließ es dann von jemandem mischen, der das auch kann ( und dessen Name vermutlich auf Oliver endet ), ohne Frage. Mit ein oder zwei Zwanzigsteln Süße weniger, würde ich mir aber erlauben zu vermuten, wäre das auf meiner Skala vermutlich irgendwann eine 45-50, während er so „nur“ 44/50 Punkte erreicht, das bedeutet aber nicht, dass ich ihn nicht jederzeit wieder trinken würde , für das Sample herzlichen Dank an Philipp-hh!

fass5

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